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Alp Arslan

Oper von Richard van Schoor | Libretto von Willem Bruls | gefördert durch das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst 2019

Premiere am 04.05.2019 am Theater Gießen

 

 

"In erster Linie ist Oper für mich Musik im Dienst des Textes. Dass der Text an sich grundlegend genügend Raum für die Musik lässt, ist unabdinglich. Meine subjektive Wahrnehmung ist, dass nicht ich als Komponist, sondern dass der Text alle wichtige Entscheidungen fällt oder bestimmt. Ich versuche lediglich, dabei behilflich zu sein.

 

Stilistisch wollte ich die Musik zunächst neutral halten, ein abstraktes, minimalistisches Werk. Im Laufe der Arbeit ließ ich mich aber doch von dem Librettisten inspirieren, syrische Komponenten in das Werk aufzunehmen, wie zum Beispiel einen sogenannten „Syrischen Sänger“ sowie syrische Musiker als bühnenmusikalische Elemente.  Das bedeutete, entweder diese speziellen Farben als Zitate einzusetzen oder eine homogene Sprache zu erschaffen, welche das musikalische Lokalkolorit durchgehend mit berücksichtigt, damit das Werk nicht eklektisch wird. Ich entschied mich schließlich für letzteres. Dadurch ist ein eher symphonisches Werk entstanden.

 

Die Aufnahmen, die Willem Bruls in 2002 mit dem niederländischen Rundfunk in Aleppo machte, studierte ich gründlich. Ich war von dieser einmaligen Musik und Atmosphäre sofort berührt und beeindruckt. Man kann davon ausgehen, dass viele Orte, in denen diese Musikbeispiele entstanden, jetzt völlig zerstört sind. Die Aufnahmen, die oft al fresco-Charakter besitzen, wurden mitten im Leben aufgenommen. Genau diese Emotionen und Atmosphären sollten einen Raum in der Oper wieder finden. Schließlich ist das ein wichtiges Zeitdokument. Dabei wollte ich meine eigene musikalische Sprache durchgehend beibehalten. Diese Integration war die Herausforderung. Bei der Orthodoxen Osterfeier in Akt 2 habe ich dreimal Original-Melodien für Chorsätze verwendet – das schien hier angebracht, weil die Osterfeiern solche alte Traditionen aufweisen und auch weil der Text über die Melodien spricht. Diese Melodien habe ich aber auch gleichzeitig polyphon mit einem eigenen Chorsatz verbunden, ein archaisch klingender Männergesang, der syrischen Charakter aufweist, aber erfunden ist. In Akt 1 ist die Chormelodie auch von mir, hat aber gewollt auch syrischen Charakter und wird als Leitmotiv oft verwendet. Die Melodie, die man ganz am Anfang der Oper hört und die von der Vielle gespielt wird, ist erfunden, weist auch Lokalkolorit auf und wird ebenfalls als Leitmotiv erzählerisch öfters eingesetzt. Für die syrischen Musiker (Bühnenmusik) habe ich Musik geschrieben, die auf den Aufnahmen basiert, die Willem Bruls mitgebracht hat. Auch die „Arie“ der Großmutter in Akt 3 basiert auf Original-Aufnahmen von Willem Bruls.

 

Ich habe mich natürlich mit der Vierteltonmusik auseinander gesetzt und versucht, sie dort so einfließen zu lassen, damit man die Farbe hat, aber dass sie ohne großen Aufwand für das Orchester geschehen kann. Im Prolog und Epilog habe ich die musikalische Sprache etwas abgesetzt, damit sie Ruckblende-Charakter hat. Dafür wird hauptsächlich Cembalo, präpariertes Klavier und Harfe eingesetzt. Die Chaosmusik am Anfang von Akt 1 soll auf das Trauma Syriens sowie das der einzelnen Figuren hin deuten, auch das der Stadt. Die „Chaosmusik“ mündet in Polyrhythmik und Polyharmonie, die das Delirium Ridwans vor seinem bevorstehenden Tod verstärken soll. Hier kommen verschiedene Ebenen gleichzeitig zum Tragen: heitere syrische Musik, die man womöglich vom Marktplatz hört, der Klang eines Minarettsängers über den Dächern von Aleppo, das Orchester, das versucht, die ernste Lage klar zu machen.

 

Die Figuren weisen sehr klare Eigenschaften auf.  Alp ist innerlich sehr zerrissen. Das wollte ich natürlich auch in den Noten umsetzen. Noch komplexer präsentiert sich allerdings Loulou. Das ist selbst für einen erfahrenen Sänger eine große Herausforderung. Er muss von der Baritonlage bis zum hohen A singen. Und schon was den Umfang der Partie angeht, gibt es im Countertenor-Fach, glaube ich, bisher wenig Vergleichbares. Das beginnt schon im Prolog, den er quasi allein tragen muss. Die Partien der Mutter und der Großmutter sind öfters sehr tief angesetzt, während Alp und Loulou eher hoch liegen. Das ist etwas ironisch gemeint. Ich wollte die Frauen als geerdete Säulen der Gesellschaft darstellen, während die Männer eher mit Ego-Hysterien beschäftigt sind."

 

Stückansicht Theater Gießen

• Interview Gießener Allgemeine Zeitung

• Interview Gießener Anzeiger

• Interview hr 2 kultur Klassikzeit

• hr-Fernsehen hauptsache kultur am 02.05.2019

 

I like africa and africa likes me

Musiktheater-Reihe von Daniel Angermayr (Ö),

Thomas Goerge (D), Lionel Poutiaire Somé (Burkina Faso), Abdoul Kader Traoré (Burkina Faso) und Richard van Schoor (Südafrika)

in Kooperation mit der Oper Halle und dem Theater Lübeck.

 

Gefördert im Fonds Doppelpass der Kulturstiftung des Bundes

 

Koan

Ein Auftragswerk der Ludwigsburger Schlossfestspiele 2010

 

"KOAN soll nicht als Ergänzung zu Mozarts Requiem verstanden werden, obwohl für mich aus dem vorgesehenen Programm selbstverständlich eine gewisse Prägung hervorgeht. Die fragmentarische Fassung des Requiems wirft für mich persönlich sehr viele Fragen auf,  Fragen, die sich wahrscheinlich nicht beantworten lassen. Diese Fassung ist für mich an sich ein Koan. Meine Antwort darauf ist ein weiteres Koan, ein Koan, das dem Zuhörer oder dem Beobachter als Aufgabe gegeben wird, eines das jeder nur für sich beantworten kann oder soll. "

02 Ich bin ein Baum - Richard van Schoor
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04 Schwelle - Richard van Schoor
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Wagner | van Schoor: DER RING

Musiktheater-Projekt am Theater Trier zusammen mit angermayr/goerge – Premiere am 7.04.2017

 

"Sich Wagners Ring musikalisch zu nähern war eine gigantische Herausforderung. Sie glich dem Verschieben gewaltiger kompositorischen Säulen, damit eine andere Musik mit ihnen existieren kann. Das Konzept von Thomas Goerge bot mir dafür sehr viele Freiheiten, in der Musik von Wagner musste ich öfters danach suchen. "

Van Schoor und DER RING im Portrait – Magazin Stadtglanz

 

Reflux für Celli

(für Mathis Mayr & Nora Krahl)

Ein Beitrag zu Sisyphotische Sykomoren Symphonie von Thomas Goerge an der Berliner Staatsoper im Schillertheater 2015

 

 

KENGE – hitotsu no kotae

für Orchester, Solo Countersopran, Counteralt, Tenor, Bass, SATB Knabenchor

Ein Auftragswerk der KunstFestSpiele Herrenhausen-Hannover 2014

 

"Im Zen-Buddhismus bezeichnet das Wort KENGE eine Antwort, die auf ein KOAN (ein Zen-Rätsel) gegeben wird. Der Untertitel "Hitotsu no Kotae" bedeutet in japanischer Umgangssprache so viel wie: eine Antwort ... aber nicht "die Antwort".

Richard van Schoor über Kenge

02 sehr energisch - Richard van Schoor
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08 Sereno - Richard van Schoor
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Oratorio – die sieben letzten worte … in anderen worten

für Orchester, SATB Chor & Soli

Ein Auftragswerk der Ludwigsburger Schlossfestspiele 2012

"mein wissen -

das fesselt mich

mein glaube -

den schütze ich, halt ihn fest

 

wenn gott

die liebe

ist,

bin ich

es auch, auch ich?

 

nicht die menschen

menschen töten,

töte das was du

zu wissen glaubst"

01 Lamento - Richard van Schoor
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03 Eine Mutter - Richard van Schoor
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Kinder Toten Lieder – Alle Lust will Ewigkeit

für Orchester, SATB Chor & Soli

Ein Auftragswerk der KunstFestSpiele Herrenhausen 2013 in Zusammenarbeit mit  caprificus.org (Thomas Goerge, Gerhard Schebler) und KREAS (Christof Nel und Martina Jochem)

"'Kindertotenlieder' is a spatial, tonal and theatrical experiment focused on one of the most ancient themes in art – the cultural approach to grief and loss, the human compulsion to hang on to the past and the possibility of letting go."

KunstFestSpiele Herrenhausen

 

 

Büchner

Stationen einer Jagd

für Orchester, SATB Chor & Soli

Ein Auftragswerk des Stadttheater Giessen anlässlich des Festivals Büchner International 2013

 

"Der Kompositionsauftrag für diese Mehrsparten-Theaterproduktion ging an den jungen, südafrikanischen Komponisten Richard van Schoor, der auch die Musikalische Leitung übernehmen wird.

 

Büchner: Das Phänomen eines Lebens, kurz, schnell, voller Menschenliebe und voller Gewalt. Kaum begonnen, endet es.

 

Dazwischen Himmel und Hölle, Krieg und Frieden, Reichtum und Armut, Glaube, Liebe, Hoffnung. Ein großes Herz wird hin und her geworfen zwischen innerer Wirrnis, äußerer Gefahr, unnachgiebiger Gerechtigkeitssucht und unstillbarem Freiheitsdrang. Seziermesser oder Schreibfeder oder beides in Einem.

 

Büchner: Ein wütiger Agnostiker mit hungrigem Blick auf des Menschen Suche nach dem Glück."

 

Ornithologische Episoden

für Blockflöte, Streicher und Cembalo

Ein Auftragswerk für Stefan Temmingh und das  Stuttgarter Kammerorchesters 2011

 

Dietrich-Bonhoeffer-Messe

Messe für Tenor, Bariton, Orgel, Streicher und SATB Chor

Ein Auftragswerk des St Paul's Trust London zum 100sten Geburtstag von Dietrich Bonhoeffer

"Ich habe mit Absicht in dem Stück kein harmonisches Schema verwendet. Alle Sätze haben scheinbar eigene tonale Zentren, die im Gesamtkonzept nicht miteinander verwandt sind. So kommen z.B. die Tonzentren f-moll, es-moll, A-Dur, C-Dur, D-Dur, F-Dur, Es-Dur, d-moll, e-moll, H-Dur, As-Dur unter-einander gemischt vor. Das soll auf Dietrich Bonhoeffers ökumenische Überzeugung hindeuten - jeder hat eine individuelle Berechtigung und ist trotzdem Teil des Ganzen. Aus ökumenischer Sicht ist nicht zuletzt durch die verwendeten lateinischen Zitate das Werk sowohl für eine evangelische als auch für eine katholische Messe geeignet."

Richard van Schoor

Agnus Dei - Richard van Schoor
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Sonata für Streichertrio

Allun String Trio

Ein Auftragswerk des Maggini-Trio für die Neue-Musik-Reihe der Universität Augsburg 2009

 

Sechs Konzert-Tangos

für Klavier, Violine und Violoncello

Irish Tango - Richard van Schoor
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Traffic Tango - Richard van Schoor
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Vaterunser

für 11 Solostimmen oder Doppelchor

 
 

Christmas Symphonia

für Symphonisches Orchester, Orgel, SATB Chor und 6 Solisten

 

A Bitter Suite

für Symphonisches Orchester, Orgel, SATB Chor und 6 Solisten

praeludium - Richard van Schoor
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allemande - corrente - sarabande - Richard van Schoor
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